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Taille-zu-Größe-Rechner: Ist deine Taille kleiner als die halbe Größe?

Die Waist-to-Height-Ratio (WHtR) ist dein Taillenumfang geteilt durch deine Körpergröße, beide in Zentimetern. Nach der Leitlinie des britischen NICE zeigen Werte von 0,4 bis 0,49 kein erhöhtes Gesundheitsrisiko an, 0,5 bis 0,59 ein erhöhtes und ab 0,6 ein weiter erhöhtes Risiko. Als Faustregel gilt: Die Taille sollte weniger als halb so groß sein wie die Körpergröße.

Rechner

Taille-zu-Größe-Rechner

Deine Eingaben bleiben in diesem Browser. Das Ergebnis ist eine Orientierung und ersetzt keine Untersuchung. Grundlage: Taille geteilt durch Körpergröße; Einteilung 0,4 bis 0,49, 0,5 bis 0,59 und ab 0,6 nach NICE-Leitlinie NG246, Empfehlung 1.9.14, für Erwachsene mit einem BMI unter 35.

So wird gerechnet

Das Verhältnis von Taille zu Körpergröße heißt auf Englisch waist-to-height ratio, kurz WHtR. Es ist dein Taillenumfang geteilt durch deine Körpergröße. Beide Werte müssen in derselben Einheit vorliegen, hier in Zentimetern [1]. Der Rechner teilt die Taille durch die Größe und rundet das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen.

Das Rechenbeispiel aus der Leitlinie des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE): 96,5 Zentimeter Taille geteilt durch 170 Zentimeter Größe ergeben 0,57 [1]. Bei derselben Größe und 80 Zentimetern Taille kommt 0,47 heraus, bei 85 Zentimetern genau 0,50. Wer 1,80 Meter groß ist und 108 Zentimeter Taille misst, landet bei 0,60.

Waist-to-Height-RatioEinordnung nach NICEBeleg
0,4 bis 0,49gesunder Bereich, kein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Bauchfett[1]
0,5 bis 0,59vermehrtes Bauchfett, erhöhtes Gesundheitsrisiko[1]
ab 0,6viel Bauchfett, weiter erhöhtes Gesundheitsrisiko[1]

Die Einteilung steht in der Leitlinie NG246 zu Übergewicht und Adipositas, die NICE im Januar 2025 veröffentlicht und zuletzt im Januar 2026 aktualisiert hat. Als Risiken durch viel Bauchfett nennt sie Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fachleute sollen die Grenze im Gespräch als einfache Regel weitergeben: Die Taille sollte weniger als halb so groß sein wie die Körpergröße [1]. Für Werte unter 0,4 nennt die Leitlinie keine Einordnung. Weil der Rechner rundet, erscheint zum Beispiel 0,496 als 0,50 und fällt damit schon in den Bereich ab 0,5.

Woher die Grenze 0,5 stammt

Das NICE-Gremium hat für seine Empfehlung Studien ausgewertet, die prüften, wie gut BMI, Taillenumfang, Taillen-Hüft-Verhältnis und WHtR gewichtsbedingte Erkrankungen vorhersagen oder erkennen. Nach seiner Auswertung konnten das alle vier Maße. Die WHtR schätzt das Bauchfett nach Ansicht des Gremiums genauer als der BMI, weil der Taillenumfang in die Rechnung eingeht. Der beste Grenzwert lag in den einzelnen Studien meist um 0,5, bei Frauen und Männern und in allen untersuchten Herkunftsgruppen [2].

Eine Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von 2012 verglich die WHtR mit Taillenumfang und BMI als Maße für kardiometabolische Risiken. Sie fasste 31 Veröffentlichungen mit zusammen mehr als 300.000 Erwachsenen aus mehreren Herkunftsgruppen zusammen. Die WHtR trennte Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, ungünstigen Blutfetten, metabolischem Syndrom oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser von Menschen ohne diese Befunde als der BMI. Bei Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schnitt sie auch besser ab als der Taillenumfang allein [3].

Ganz einig ist sich die Forschung nicht. Der Bericht einer Expertenrunde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zitiert eine große Auswertung zweier US-Studien, in der BMI, Taillenumfang, Taillen-Hüft-Verhältnis und WHtR ähnlich stark mit dem Herz-Kreislauf-Risiko zusammenhingen. Die Runde sah 2008 noch zu wenige Daten, um die WHtR anderen Maßen vorzuziehen [4]. NICE kam 2022 mit einer größeren Studienlage zu seiner Empfehlung [2].

Was der Rechner zeigt und was ihn vom BMI unterscheidet

Der BMI-Rechner setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Größe. NICE empfiehlt den BMI weiter als praktisches Maß für Übergewicht und Adipositas, aber mit Vorsicht, weil er das Bauchfett nicht direkt erfasst. Bei Erwachsenen mit einem BMI unter 35 soll deshalb zusätzlich die WHtR bestimmt werden. Auch wer nach dem BMI Normalgewicht hat, kann laut Leitlinie viel Bauchfett haben [2].

Frau und Mann in den Vierzigern tanzen in einem hellen Tanzsaal gemeinsam in einem Kurs
Bild: KI-generiert

Der Rechner zum Taillen-Hüft-Verhältnis teilt die Taille durch die Hüfte. Seine Grenzwerte unterscheiden sich für Frauen und Männer, und die Hüfte lässt sich schwerer messen als die Taille [4]. Für die WHtR brauchst du nur ein Maßband und deine Größe. NICE nennt einen weiteren Vorteil: Die Einteilung gilt für beide Geschlechter und alle Herkunftsgruppen gleich, und sie taugt auch für Menschen mit viel Muskelmasse, bei denen der BMI ungenauer ist [2].

Der Rechner ist ein Werkzeug von check-dich-selbst.de. Er rechnet in deinem Browser, deine Maße werden nicht übertragen.

Taille richtig messen

Das Ergebnis ist nur so gut wie die Messung. NICE beschreibt das Selbermessen so: Taste den unteren Rand der Rippen und die Oberkante des Beckenknochens. Leg das Maßband in der Mitte zwischen diesen beiden Punkten um die Taille, das ist meist knapp über dem Bauchnabel. Atme normal aus und lies dann ab [1]. Nach dem Messprotokoll der WHO stehst du dabei aufrecht, die Arme hängen locker, und das Band liegt waagerecht und eng an, ohne einzuschnüren. Viele ziehen beim Messen unbewusst den Bauch ein und machen den Umfang damit kleiner. Ein paar ruhige, tiefe Atemzüge vor dem Messen helfen dagegen [4]. Eine ausführliche Anleitung mit typischen Fehlern steht im Ratgeber Bauchumfang richtig messen.

Grenzen des Rechners

Ab einem BMI von 35 bringt die WHtR nach NICE kaum zusätzliche Information, weil Menschen in diesem Bereich fast immer einen hohen Wert haben. Die Leitlinie empfiehlt sie deshalb für Erwachsene mit einem BMI unter 35 [1, 2]. Studien aus Großbritannien waren in der ausgewerteten Literatur selten. Für einige Herkunftsgruppen fehlen außerdem Daten dazu, wie gut sich künftige Risiken vorhersagen lassen [2].

Für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren nutzt NICE dieselben Grenzen, wenn Fachleute die Taille messen [1]. Ob Kinder ihre WHtR selbst bestimmen sollten, ist nach NICE ungeklärt, weil Studien dazu fehlen [2]. Als offene Forschungsfrage nennt das Gremium auch, ob es Kindern schadet, als übergewichtig eingestuft zu werden, etwa durch ein höheres Risiko für gestörtes Essverhalten [5]. Fragen zum Gewicht deines Kindes besprichst du deshalb am besten in der Kinderarztpraxis.

Ein einzelner Wert ist keine Diagnose. In einer Studie mit Jugendlichen lag der Messfehler beim Taillenumfang bei etwa 1,3 bis 1,6 Zentimetern [4]. Bei 1,70 Metern Größe verschiebt ein Zentimeter Taille die WHtR um etwa 0,006. Liegt dein Ergebnis knapp an einer Grenze, miss noch einmal.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

NICE empfiehlt Erwachsenen mit einem BMI unter 35, ihre WHtR selbst zu messen und sich ärztlich beraten zu lassen, wenn der Wert ein erhöhtes Risiko anzeigt. Dazu kann eine Untersuchung der Risikofaktoren für Herz und Stoffwechsel gehören [1]. In Deutschland ist dafür die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Nach gesund.bund.de können dort zum Beispiel Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin- und Nierenwerte bestimmt werden [6]. Ob bei dir weitere Risiken für Diabetes zusammenkommen, kannst du vorher mit dem Diabetes-Risiko-Check einschätzen.

Messen und Zahlen können auch belasten. NICE weist darauf hin, dass Fachleute die Taille bei Menschen mit Essstörungen besonders behutsam messen sollten [2]. Wenn deine Gedanken oft um Figur, Gewicht oder Essen kreisen, hilft dir der Check zum Essverhalten bei der Einordnung. Unter Hilfe finden steht die Telefonberatung zu Essstörungen.

Warum Bauchfett eine eigene Messung braucht

Fett am Bauch ist nach gesund.bund.de ein größeres Risiko für die Gesundheit als Fett an anderen Stellen, und der BMI sagt nichts darüber, wie das Körperfett verteilt ist [6]. Die Verteilung verschiebt sich mit den Jahren. Die WHO-Expertenrunde beschreibt, dass vom späten mittleren Alter an das Fett unter der Haut abnimmt und sich mehr Fett im Bauchraum sammelt [4].

Mann in den Fünfzigern gräbt an einem sonnigen Tag im Kleingarten ein Gemüsebeet um
Bild: KI-generiert

Wie sich das in Zahlen zeigt, belegt eine finnische Studie aus dem WHO-Bericht. Bei knapp 19.000 Erwachsenen zwischen 25 und 64 Jahren wuchs der Taillenumfang über 15 Jahre im Mittel um 2,7 Zentimeter bei Männern und um 4,3 Zentimeter bei Frauen. Der BMI veränderte sich in dieser Zeit in den meisten Altersgruppen nur wenig [4]. Wer nur auf die Waage schaut, bemerkt eine solche Entwicklung leicht nicht. NICE empfiehlt deshalb, die WHtR zusammen mit dem BMI zu nutzen, um Gesundheitsrisiken einzuschätzen und vorherzusagen [1].

  1. Leitlinie Overweight and obesity management (NG246), Abschnitt Identifying and assessing overweight, obesity and central adiposity. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Stand 14.01.2025, aktualisiert 08.01.2026. abgerufen am 28.10.2026
  2. Leitlinie Overweight and obesity management (NG246), Abschnitt Rationale and impact. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Stand 14.01.2025, aktualisiert 08.01.2026. abgerufen am 28.10.2026
  3. Studie Waist-to-height ratio is a better screening tool than waist circumference and BMI for adult cardiometabolic risk factors: systematic review and meta-analysis. Obesity Reviews 13(3):275 bis 286. Ashwell M, Gunn P, Gibson S. Stand 2012. abgerufen am 28.10.2026
  4. Behörde Waist circumference and waist-hip ratio: report of a WHO expert consultation, Geneva, 8 bis 11 December 2008. Weltgesundheitsorganisation (WHO). Stand 16.05.2011. abgerufen am 28.10.2026
  5. Leitlinie Overweight and obesity management (NG246), Abschnitt Recommendations for research. National Institute for Health and Care Excellence (NICE). Stand 14.01.2025, aktualisiert 08.01.2026. abgerufen am 28.10.2026
  6. Behörde Übergewicht und Adipositas. gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit, mit dem IQWiG. Stand 16.12.2022. abgerufen am 28.10.2026

Hinweis: Ein Selbsttest gibt dir eine erste Einschätzung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Untersuchung und keine Diagnose.

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